Unterscheidung zwischen Schutzklasse und Schutzart

In der Umgangssprache werden die beiden Begriffe Schutzklasse und Schutzart oft verwechselt und so kommt es schon einmal vor, dass Sie verzweifelt nach der Schutzklasse IP44 suchen, obwohl es nur Schutzklasse 1, Schutzklasse 2 und Schutzklasse 3 gibt. Deshalb hier die Unterscheidung:

Die Schutzklasse gibt an, welche Schutzmaßnahmen nötig sind gegen direktes oder indirektes Berühren. Man unterscheidet dabei die Schutzklassen I, II und II.

Die Schutzart gewährleistet die Betriebssicherheit gemäß des IP-Codes bzw. Kennzahl. Diese lässt Rückschlüsse auf die Umgebungsbedingungen des Geräts zu.

Einteilung der Schutzklassen

In Deutschland werden elektrische Geräte wie Lampen und Leuchten in 3 Schutzklassen eingeteilt, die mit römisch I, II und III gekennzeichnet werden.

Schutzklasse

Schutzklasse 1 (I)

schutzklasse1

Geräte mit Schutzleiter beim Betrieb der Leuchte bzw. des elektrischen Gerätes müssen alle berührbaren Teile aus Metall der Leuchte, die im Fehlerfall Spannung annehmen können, müssen leitend mit dem Schutzleiteranschluß (grün-gelb) verbunden sein um den Fehlstrom abzuleiten, Ableitung erfolg über den Erdleiter, Anschluß portabler Geräte z.B. mittels „Schuko-Stecker“

Schutzklasse 2 (II)

schutzklasse2

Geräte mit Schutzisolierung

beim Betrieb der Leuchte bzw. des elektrischen Gerätes muß bei einer Berührung Schutz durch eine Schutzisolierung gegeben sein und alle spannungsführenden Teile haben außer der Betriebsisolierung noch eine zusätzliche Isolatin (jede Litze isoliert, zusätzlich alle Litzen noch einmal ummantelt), auf einen Schutzleiter kann verzichtet werden, Anschluß portabler Geräte z.B. mittels „Eurostecker“

Schutzklasse 3 (III)

schutzklasse3

Geräte mit Schutzkleinspannung elektrische Geräte mit Niedrig-Spannungsversorgung (< 50V), die durch einen Schutztransformator oder Batterien/Akkus/Solarenergie erzeugt wird, es darf kein Schutzleiter angeschlossen werden

Einteilung der Schutzart

Die Schutzarten eines elektronischen Geräts werden angegeben nach DIN 40050. Sie beginnt mit IP und einer nachfolgenden zweistelligen Zahl, wie z.B. IP44 oder IP65. Ist keine Schutzart definiert, so wird diese mit dem Buchstaben X ersetzt.

Was sind IP Klassen? Welche IP Klassen gibt es? Was bedeutet IP Schutzklasse?

Solche oder so ähnliche Fragen werden immer wieder an uns herangetragen. Tatsache ist aber: IP Klassen gibt es nicht. Denn die Bezeichnung IP und die nachfolgenden Ziffern beziehen sich auf die Schutzart, und nicht etwa die Schutzklasse. Klingt banal, ist aber wichtig, wie sich am großen Unterschied zwischen Schutzklasse (Schutzmaßnahmen gegen Berühren) und Schutzart (Angaben zu sicheren Umgebungsbedingungen) zeigt. Sie sehen also, dass eine Schutzklasse IP33 oder eine Schutzklasse IP65 nicht existieren können.

Was bedeutet die IP Schutzart?

Die Schutzarten Tabelle zeigt Ihnen an, wie sich die zweistellige IP Zahl zusammensetzt und was die jeweilige Bedeutung der Ziffer ist. Die erste Ziffer gibt dabei immer den Schutz gegen Fremdkörper und Berührungen an, die zweite Ziffer den Schutz gegen das Eindringen von Wasser.

Schutzart IP20

Die Schutzart IP20 bedeutet, dass die Lampe keinen Schutz gegen Wasser besitzt, aber gegen feste Objekte von mehr als 12,5mm Durchmesser. Eine solche Lampe sollte also nur an absolut trockenen Stellen montiert werden, beispielsweise in einem trockenen Raum im Haus. Keinesfalls darf sie in den Garten oder ins Badezimmer, da dort immer mit hoher Luftfeuchtigkeit oder dem Eindringen von Wasser gerechnet werden muss!

Schutzart IP22

Im Gegensatz zur IP20 kann man Lampen mit der Schutzart IP22 bereits an weniger geschützten Orten anbringen. Dies kann zum Beispiel in der Küche sein, wo durchaus Wasserdampf aufsteigen kann oder auch in Wintergärten, wo die mitunter gestaute Feuchtigkeit Leuchten mit einer geringeren Schutzart schaden können. Zwar sollte man sie nicht in den Garten hängen, aber an allen Orten, an denen eventuell senkrecht Tropfwasser an die Lampe gelangen könnte, oder wo sie Fremdkörpern mit einem Durchmesser von mehr als 12,5mm ausgesetzt sein würde, kann man sie bedenkenlos montieren. Solche Fremdkörper können Fliegen sein, die dank der höheren Schutzart nicht in die Lampe gelangen können.

Schutzart IP23

Lampen mit der Schutzart IP23 dürfen bereits in den Garten, da sie auch gegen Sprühwasser gut gewappnet sind. Dort kann man sie beispielsweise unter Dachvorsprüngen anbringen oder sie zur Beleuchtung des überdachten Balkons einsetzten. Besonders im Eingangsbereich sind diese Lampen also gut zu verbauen!

Schutzart IP44

Sie wollen Ihre Terrasse mit Wandleuchten ausstrahlen? Kein Problem, solange diese Leuchten fachmännisch montiert werden und die Schutzart IP44 mit sich bringen! Denn diese Lampen sind gegen Spritzwasser geschützt und dürfen dank ihrem Schutz gegen feste Objekte von mehr als 1mm Durchmesser auch in Bodennähe angebracht werden.

Schutzart IP65

Auch Strahler am Boden der Hauswand zu verbauen ist mit der entsprechenden Schutzart kein Problem! Dazu sollten die Leuchten mindestens mit der Schutzart IP65 ausgestattet sein, die zusätzlich zum Schutz gegen Strahlwasser sicherstellt, dass die Lampe staubdicht ist. Am Boden kann es nämlich schnell mal passieren, dass die Leuchten in Kontakt mit kleinen Staubpartikeln kommen.

Auch im Badezimmer, in der Nähe der Badewanne ist eine Schutzart IP65 angebracht.

Schutzart IP67

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, verbaut einfach immer Lampen mit IP67. Das ist allerdings doch relativ kostspielig und an vielen Stellen ist diese sehr hohe Schutzart auch gar nicht nötig. Wo man nicht auf sie verzichten sollte, ist im Außenbereich, in der direkten Umgebung des Teichs und bei versenkten Bodenstrahlern, die keinen Schutz durch eine Hauswand erfahren.

Ebenso sollte bei der Beleuchtung der Badewanne kein Kompromiss eingegangen werden!

Übersicht der verschiedenen elektrischen Schutzarten

Die unterer Abbildung zeigt, wie sich die zweistellige IP Zahl zusammensetzt und was die jeweilige Bedeutung ist. Die erste Ziffer gibt dabei jeweils den Schutz gegen Fremdkörper und Berührungen an, die zweite Ziffer den Schutz gegen Eindringen von Wasser.

Fremdkörperschutz und Schutz vor Berührung (1. Ziffer)Wasserschutz (2. Ziffer)
ZifferBedeutungZifferBedeutung
0Nicht geschützt.0Nicht geschützt
1geschützt gegen feste Fremdkörper > 50mm

geschützt gegen zufälliges großflächiges Berühren

1geschützt gegen Tropfwasser
2geschützt gegen feste Fremdkörper > 12mmgeschützt gegen gegen Berühren mit den Fingern aktiver2geschützt gegen Tropfwasser (unter 15° Abweichung zur Senkrechten)
3geschützt gegen feste Fremdkörper > 2,5mm

geschützt gegen Berührung mit Werkzeugen, Drähten etc.

3geschützt gegen Sprühwasser (unter 60° Abweichung zur Senkrechten)
4geschützt gegen feste Fremdkörper >1 mm

geschützt gegen Berührung mit Werkzeugen, Drähten etc.

4geschützt gegen Spritzwasser
5geschützt gegen Staub

vollständig geschützt gegen Berühren unter Spannung

5geschützt gegen Strahlwasser
6dicht gegen Staubvollständig geschützt gegen Berühren unter Spannung6geschützt gegen schwere See
 –––7geschützt gegen die Folgen von Eintauchen
 –––8geschützt gegen Untertauchen

Sie können anhand der zweistelligen IP Kennzahl also problemlos eine entsprechende Leuchte für ihren Einsatzort identifizieren. Achten sie für ihre Sicherheit und die ihrer Elektroinstallation stets darauf, die Schutzklasse und die Schutzart nicht zu unterschreiten.